Waltraud Anna Mitgutsch: Die Züchtigung

Vokabular

überfallen – to attack, assault
das Schweigen – silence, not talking
zögern – to hesitate
das Rätsel – mystery

unnahbar – unapproachable, distant
aufgebahrt – lying in state
aufrecht – erect
die Vogelkralle – bird’s claw
streng – severe, stern
aushalten – to endure
enttäuscht – disappointed
das Vertrauen – trust
verächtlich – contemptuous
auskommen mit – to get along with
unsereiner – people like us
die Demütigung – humiliation
zufügen – to do something to someone
wehrlos – defenseless
angesammelt – accumulated
der Hass – hatred
ergiessen, ergoss, ergossen – to pour out
entfalten – to flourish, develop

das Sterbebild – photo to be inserted in the gravestone
der Hochmut – haughtiness
die Verletzlichkeit – vulnerability
Stellung beziehen zu – to take a position about, have an attitude
die Angriffsfläche – place where one can be attacked

das Sulz = die Sülze – aspic
die Nahrung – nutrition
abstellen – to put away, cast aside
irrenhausreif – ready for the loony bin
nicht richtig im Kopf, aus dem Häusl – crazy
die Anstalt – institution

die Bodenstiege – staircase to the attic
prügeln – to flog, beat
die Schläge – the beatings
die Drohung – threat
die Züchtigung – punishment, chastisement, correcton
das Folterwerkzeug – torture instrument
der Teppichklopfer – rug beater (for cleaning rugs)
schlagen – to hit
das Trotzalter – age of defiance, as kids grow up
die Läufe = die Beine (Läufe – an animal’s legs)
die Schwäche – weakness
der Kummer – sorrow
der Wulst, die Wülste – welt
die Rüge – admonition
das Befriedigend – grade of “C”

dressieren – to drill
sich aufopfern – to sacrifice oneself
schuld sein an – to be guilty of

verachten – to despise
das Verblöden – getting stupid
toben – to rage
die Scheidung – divorce
daneben gehen – to go astray, not be on target
sich retten – to rescue oneself


Lesefragen

Die Frage der Tochter ist für die Erzählerin der Anlass, über ihre eigene Mutter und die Beziehung zu ihr nachzudenken. Dem Leser wird dadurch eine Art Mini-Lebenslauf der Erzählerin geliefert. Dazu ein paar Fragen:

Die Mutter (S. 5)

- womit fängt die Beschreibung der Mutter an und warum wohl?
- wie sah die Mutter der Erzählerin aus?
- was sagten die Trauergäste über sie?

Die Bilder (S. 6)

Im zweiten Abschnitt betrachtet die Erzählerin Bilder: eines, das sie gemalt hatte, und das “Sterbebild”, ein Foto (erinnern Sie sich an die wichtige Rolle des Fotos in “Das dicke Kind”?).
- wie beschreibt die Erzählerin die Mutter, die sie beim Betrachten dieses Fotos sieht?
- was bedeutet dieses Bild für sie?

Schwangerschaft und Verlassenwerden (S. 6-7)

Wann kommt die Erinnerung an die vergessene Mutter wieder, und in welcher Form?

Gibt es Parallelen im Leben der Erzählerin und im Leben der Mutter? Wie ist das mit dem Mann und mit dem Vater, was sagen beide, wie verhalten sie sich?

Der Teppichklopfer (S. 7 – 9)

Was fühlt die Erzählerin, wenn sie den Teppichklopfer im alten Haus findet und in der Hand hält?

Wie nennt sie den Teppichklopfer?

Was tat sie als Kind, um den Schlägen der Mutter zu entkommen?

Was für ein Kind war die Erzählerin damals?

Wie fühlte sich das Kind nach den Schlägen, und wie sah es aus?

Was waren die Gründe für die Schläge?

Teenagerzeit (S. 9)

Was passierte, als die Erzählerin 14 Jahre alt war?

Wie war die Beziehung zwischen Mutter und Tochter von da an?

Was passierte beim Tod der Mutter mit dieser Beziehung, wie fühlte sich die Tochter?

Erwachsenenalter (S. 9 – 11)

Was passiert mit der grossen Liebe zur Mutter, wenn die Erzählerin dann erwachsen ist, zuerst und später?

Wie verändert sich nun die Tochter?

Wie ist das Schicksal der Mütter und Töchter?

Wie zeigt Mitgutsch die Verbindung zwischen dem Schicksal der Mütter und der Töchter, wie macht sie das erzählerisch? (in der Mitte von S. 10!)

Was bedeutet die Aussage unten auf S. 10: “Bald werde ich mein Kind schlagen, dachte ich entsetzt”?

Aber wie reagiert die Erzählerin nun, was macht sie, um die Situation zu ändern?

Schauen Sie sich den ersten Abschnitt (paragraph) auf S. 5 und den letzten auf S. 11 (in der Mitte der Seite) an. Beide Abschnitte bilden eine Art “Rahmen” für den Rest des Kapitels. Was ist die Situation, die im Rahmen dargestellt ist? Und was ist nun eigentlich die Antwort der Mutter, gibt es eine?


Übergreifende Fragen

Was ist Mitgutschs Hauptaussage zur Mutter-Tochter-Beziehung?

Wie ist das Mutter-Sein hier dargestellt, in den zwei verschiedenen Generationen? Was sind die Gemeinsamkeiten im Erleben der Mutter der Erzählerin und der Erzählerin als Mutter? Und was war anders im Leben von beiden?

Welche Rolle spielen die Männer dabei?

Welche literarischen Mittel (literary devices) setzt Mitgutsch ein, um ihre Hauptaussage gut darzustellen?