Ilse Aichinger: Spiegelgeschichte


Vokabular

die Träger – bearers of the coffin
der Kranz – wreath
der Sarg – coffin
geekelt – grossed out
der Fiebertraum – feverish delirium
die Schmerzen – pain
die Alte – old woman
das Ungeborene – the unborn child
lebendig – alive
blinder Spiegel – dull, cloudy mirror
der Abschied – leave taking
die Gasse – alley
spiegeln – to reflect
blass – pale; die Blässe – paleness
verdammt – damned, cursed
vergeben – to forgive
das Fieber – fever; here: passion, drive
die Zukunft – future
die Geburt - birth


Lesefragen

Wichtig: die Geschichte läuft rückwärts, stellen Sie es sich so vor, wie wenn man einen Film rückwärts abspult, dann verstehen Sie alles besser!

1. Die Beerdigung (43-44)
Wie wird sie beschrieben: Wer ist da? Welchen Eindruck macht der junge Mann? Welche symbolische Funktion haben der Regen und das Kind?

2. Im Spital (44)
Welche Jahreszeit ist es, und was bedeuten die Blüten und Knospen? Wie verhält sich der junge Mann jetzt?

3. Zu Hause im Bett (45)
Was bedeuten die vielen Symbole im Zusammenhang mit der Krankheit und dem Todeskampf der Protagonistin: zwei Tauben, die laut gurren; die “heulenden” Schiffe; der “grüne” Himmel; die schreienden Vögel?

4. Bei der Alten am Hafen (46)
Wie sieht es aus bei der Alten? Was macht diese Frau?
Welche Funktion erfüllt der “blinde Spiegel” in der Erzählung an dieser Stelle?

5. Die Beziehung mit dem jungen Mann (47-49)
Wie reagiert der junge Mann auf die Nachricht von der Schwangerschaft? (47)
Was passierte in dem “verdammten Haus”? (48)
Wie redete der junge Mann von der Zukunft, bei dem Spaziergang am Fluss? (48)
Wie haben sich die beiden kennengelernt? (49)

6. Kindheit und Geburt (50-51)
Wie beschreibt Aichinger die Kindheit, bis zurück zur Geburt der Protagonistin?
Interpretieren Sie den Schluss: “Es ist zu Ende –“ sagen die hinter dir, “sie ist tot!” Still! Lass sie reden!


Übergreifende Fragen

1. Sammeln Sie Detail -Beispiele für die Umkehr, die das strukturierende Prinzip der Erzählung ist, also Textstellen oder Sätze, in denen die Umkehr besonders deutlich zum Ausdruck kommt.

2. Die Geschichte arbeitet mit vielen wiederkehrenden Symbolen. Schauen Sie sich diese Stellen an: Blumen, heulende Schiffe, Kinder, der Himmel, Wetter und Jahreszeiten, der Spiegel. Was tragen diese Symbole jeweils zu der Erzählung bei?

3. Die Geschichte läuft rückwärts, aber die Autorin bricht diese Chronologie auch auf, sie ist nicht konsequent dabei. Finden Sie die Textstellen, an denen das passiert! (48 -51) Was erreicht die Autorin mit diesen Einschüben?

4. Aichinger stellt mit dieser Geschichte ein gesellschaftliches Problem (besonders für die Frauen) dar. Was ist das Problem und welche Lösungen gäbe es vielleicht? Wie ist die Situation heute in Deutschland und in den USA? Was ist die Rolle der Männer dabei, in Aichingers Geschichte und in der Realität? Was könnten die Männer tun, um so eine Situation zu verhindern?

Bitte beantworten Sie schriftlich: 4 von den 6 Lesefragen und 2 von den 4 übergreifenden Fragen!