Weibliche Identität, Körperbilder, Geschlechterrollen
Helene Monbart-Kessler “Kameraden”

1. Natalie ist eine Frau (=Biologie). Das bedeutet, dass ihre Umwelt sie automatisch in die weibliche Geschlechterrolle (=Kultur) zwingt [forces].

2. Natalie wehrt sich gegen die weibliche Geschlechterrolle (=Kultur), indem sie die Geschlechtsidentität eines Mannes (grosser Bruder) annimmt (=Kultur). Viele Männer verachten [disdain] und gebrauchen [use] Frauen.

3. Sie darf Männlichkeit aber nur äusserlich imitieren (=Kultur), so dass ihre Umwelt sie als fehlerhafte [flawed] Frau sieht. Sie ist ein Neutrum, eine Nicht-Frau (=Biologie). Man reduziert sie immer auf ihr Geschlecht (=Biologie) und somit [thus] auf ihre Rolle.

4. Ihr innerer Konflikt entsteht durch die ungelöste Spannung [unsolved tension] zwischen Geschlecht (=Biologie) und Geschlechterrolle (=Kultur). Auch als kulturelle, intellektuelle Nicht-Frau (Kamerad) bleibt sie biologisch eine Frau, die am Ende sexuell und emotionell einen Mann begehrt [desires].

5. Dieser Konflikt zwischen Mann-Sein-Wollen (=Kultur) und Frau-Sein-Müssen (=Biologie) ist unlösbar und sie flieht. Nimmt sie ihr Problem mit?