Texte aus dem 19. Jahrhundert zum Thema Arbeit - Geschichte - Politik

Aurora Stechern: “Modernes Deutschtum”
Kathinka Zitz: “Wenn ich ein König wäre”

Die Themen Arbeit, Geschichte und Politik gehören in den Bereich, den die (bürgerlichen) Männer des 19. Jahrhunderts immer mehr für sich allein beanspruchten [claimed]. Bürgerliche Frauen, die über diese öffentlichen Themen schrieben, überschritten [trespassed] also ihre traditionelle Rolle (die Rolle der HAUSfrau).
Weil sie so kritisch über den Männerbereich schrieben, waren Stechern und Zitz revolutionäre Autorinnen. Stechern schreibt aus der Perspektive des Bürgertums, Zitz spricht die Regierenden [those who govern] selber an.

Historischer Kontext: Stechern und Zitz schrieben in der brisanten [explosive] Zeit, als die feudalistische Epoche durch Napoleon beendet wurde. Das Bürgertum hatte sich Hoffnungen gemacht, dass es die aristokratischen Regierungen durch Demokratien ersetzen [replace] würde. Die politische Restauration der alten aristokratischen Macht (unter Fürst Metternich durch den Wiener Kongress) zerschmetterte [smashed] diese bürgerlichen Hoffnungen auf politische Mitsprache [co-determination]. Vor allem nach der missglückten [unsuccessful] Revolution vom Jahr 1848 flüchteten [fled] die Bürger sich deshalb in Resignation.

Lesefragen zu Aurora Stecherns “Modernes Deutschtum”

Frage 1: In der ersten Strophe fasst Stechern das stereotypische Bild eines jungen deutschen Mannes zusammen. Welche Eigenschaften [characteristics] besitzt er?
Frage 2: In der zweiten bis vierten Strophe bettet Stechern den typischen deutschen Mann in seine Männerwelt ein [einbetten = to embed]. Was kritisiert sie an seinen Aktivitäten?
Frage 3: In den nächsten fünf Strophen diskutiert Stechern die Beziehungen des deutschen Mannes zu den Frauen. Auf welcher Ebene [level] verkehrt der Mann mit den Frauen?
Frage 4: In den letzten zwei Strophen vermittelt Stechern uns einige Schlussbetrachtungen [final conclusions] aus der Sicht des Mannes. Was will der deutsche Mann laut [according to] Stechern?
Frage 5: “Modernes Deutschtum” kritisiert den Bürger. Wie?

Lesefragen zu Kathinka Zitz’ “Wenn ich ein König wäre”

Frage 1: Die erste Strophe beschreibt Zitz’ These. Was soll ihr Gedicht ereichen?
Frage 2: Die nächsten zwei Strophen beschreiben das Leben der reichen Leute. Was fehlt in diesem Leben vielleicht?
Frage 3: Strophe 4 bis 6 kontrastiert das Leben der Armen mit der Existenz der Reichen. Welche Untergruppe der Armen braucht ganz besonders das Mitleid des Königs?
Frage 4: In Strophe 7 bis 9 zeigt Zitz, wie der König handeln sollte. Was müsste er tun, wenn er ein guter König wäre?
Frage 5: In Strophe 10 bis 12 diskutiert Zitz die Situation der schwächsten [weakest] Mitglieder [members] der Gesellschaft. Wer sind diese?
Frage 6: In den nächsten vier Strophen beschreibt Zitz die Situation der Männer, die sie in drei Gruppen (je nach der Arbeit) einteilt. Welche?
Frage 7: In den letzten drei Strophen wiederholt Zitz ihre Bitte an den König. Was will sie von ihm? Warum beruft [appeals] sie sich auch auf Gott?

Frage zu beiden Texten: Sind diese Kritiken feministisch? Oder teilweise [partially] so?