Denkfragen zum Vergleich der Texte über Familienbeziehungen, Schwangerschaft und Mutterrolle

19. Jahrhundert: Clara Müller: “Das Weib,” Ada Christen: “Biedere Hausfrauen,” Emilie Mataja: “Die Kindheit – ein Paradies”

20. Jahrhundert: Waltraud Anna Mitgutsch: Die Züchtigung (Auszug), Ilse Aichinger: “Spiegelgeschichte”

Familienbeziehungen: Mädchen (Mataja, Mitgutsch, Aichinger)
Wie werden in diesen Texten die Beziehungen zwischen Mädchen und ihren Familien charakterisiert? Was soll die Familie sein (= welche Funktion hat sie in der Gesellschaft) und was ist sie tatsächlich [actually] für die jungen Protagonistinnen? Was sich in der Familie zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert für ein Mädchen geändert? Haben die Mädchen aus den beiden Jahrhunderten andere Aufgaben in der Familie oder werden andere Erwartungen an sie gestellt? Wenn ja, welche? (Arbeitsgruppe: Western Carolina University)

Familienbeziehungen: Ehefrauen (Christen, Mataja, Mitgutsch)
Wie beschreiben die Texte die Rolle der Hausfrau und Ehefrau in beiden Jahrhunderten? Ändert diese Rolle sich innerhalb von 100 Jahren? Wie stehen die Männer in den Texten zu dieser Rolle? Haben sie ihr Verhalten verändert? (Arbeitsgruppe: NC State University)

Schwangerschaft im allgemeinen (Müller, Mataja, Mitgutsch, Aichinger)
Obwohl Schwangerschaft ein körperliches (und somit automatisch weibliches) Phänomen ist, wird ihre jeweilige Interpretation sozial und kulturell gesteuert (z. B. von der Kirche, von Moralvorstellungen, der Kunst, von Ärzten, Gesetzen [Abtreibung!] und den Medien [Demi Moore]). Welche Interpretation sehen wir in den Texten aus beiden Jahrhunderten? Haben die Frauen im 20. Jahrhundert mehr Freiheit, eine Schwangerschaft nach ihrem Belieben [to their liking] zu bestimmen? (Arbeitsgruppe: University of North Carolina at Wilmington)

Ungewollte Schwangerschaft (Mataja, Aichinger)
Mataja und Aichinger schreiben beide über ungewollte Schwangerschaften. In beiden Texten ist die Schwangerschaft eine Katastrophe für die Frau. Welche Möglichkeiten hat die Frau im 19. Jahrhundert versus die aus dem 20. Jahrhundert, mit ihrer unerwünschten Schwangerschaft zurechtzukommen [to cope with]? Bedenken Sie auch die narrative Strategie: Warum erzählt Mataja Annas Leben chronologisch, eingerahmt [framed] von Bemerkungen über ihren jetztigen Zustand? Warum benutzt Aichinger eine spiegelverkehrte Perspektive? Erreicht sie damit etwas anderes oder das Gleiche wie Mataja? (Arbeitsgruppe: NC State University)

Mutterrrolle (Mataja, Mitgutsch)
Als Mutter werden Frauen oft in eine rigide soziale Rolle eingezwängt. Wie wissen wir, wann ein mütterliches Verhalten “normal” und wann es nur auferlegtes [imposed] Rollenverhalten ist? Versuchen die Texte, diese Frage zu beantworten? Gibt es in ihnen Parallelen zwischen Müttern aus zwei Generationen, zum Beispiel die Angst, genau wie die eigene (schlechte) Mutter zu sein?
(Arbeitsgruppe: East Carolina University)