Das traditionelle Theater und Brechts “Episches Theater”
Theorie
“die Verfremdung” = defamiliarization,
alienation
Aristotelisches Theater Episches Theater
will Illusion schaffen
will die Illusion aufbauen,
unterbrechen und zerstören,
will “verfremden”
zieht den Zuschauer hinein
distanziert den Zuschauer
erzeugt Gefühle im Zuschauer
verlangt Entscheidungen vom Zuschauer
Zuschauer erlebt es mit
Zuschauer entwickelt eine
Weltanschauung, studiert die
sozialen Bedingungen
Zuschauer ist mittendrin
Zuschauer steht gegenüber
Theater suggeriert
Theater argumentiert
feste Charaktere
Charaktere, die sich ändern
man ist gespannt aufs Ende
man will den Weg dahin wissen
die Handlung entwickelt sich
Montage von unabhängigen Szenen
lineare Handlung
Handlung in Kurven, Kreisen, …
Handlungslauf ist prädeterminiert
Sprünge, Unterbrechungen, etc.
Emotion
Intellekt, rationales Denken
Theaterpraxis
“Verfremdungseffekte” = alienation effects:
direkte Zuschaueransprache
Spruchbänder
Kommentar durch Erzähler oder Songs
offene Bühne, Theatermaschinerie
ist sichtbar, oft kein Vorhang
neue Schauspielmethode:
keine Identifikation mit der Figur, der
Schauspieler spielt die Rolle, aber tritt auch manchmal aus ihr heraus
die Rolle/Figur “zeigen” nicht “sein”
der Schauspieler hat Abstand/Distanz zu
seiner Rolle, identifiziert sich nicht mit der Figur
oft Gebrauch von Masken
neue Rolle der Musik:
sie illustriert nicht, sondern kommentiert
oder widerspricht
episodische Erzählstruktur: einzelne
Szenen, keine Akte
Einsatz von kurzen, unterbrechenden Zwischenspielen
zwischengeschaltete Songs
Ort/Zeit/Kultur: nicht das Vertraute,
sondern das Entfernte:
exotische oder fiktive Orte, entfernte
oder fiktive Vergangenheit
aufgebrochene Chronologie